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LIBYEN

Reisen nach Libyen


 

 
Libyen Expedition (verkürzte Variante)

15tägige Tour in die süd-westliche und zentrale libysche SaharaAkakus

• die Altstadt von Ghadames
• die Hammada el Homra mit ihren Steinskulpturen
• Durchquerung des Erg Ubari
• das zauberhafte Tassili du Aramat
• Felsbilder, Gravuren und Landschaften im Tadrart/Akakus
• Erg Murzuk und Wadi Mathendous
• Seen in den Dünen des Erg Ubari: Mandara und Um al Maa

Termine & Preise:
eventuell wieder ab Herbst 2012, ca. EUR 2250
EZ/EZelt-Zuschlag: EUR 50
Rail&Fly (Zug zum Flug):  EUR 90

Leistungen:
• vermittelte Linienflüge zum Gruppentarif Frankfurt - Djerba und retour
• An-/Abreise in den Süden/vom Süden per Inlandflug oder mit Transferbussen, je nach Verfügbarkeit
• Hotelübernachtung mit HP am Beginn und am Ende der Tour
• An-/Abreise in den Süden/vom Süden per Inlandflug oder mit Transferbussen, je nach Verfügbarkeit
• Fahrt in libyschen Geländefahrzeugen
• Verpflegung aus der Bordküche
• Schlafmatten, Zelt auf Wunsch
• deutschsprachige Reiseleitung
• Reiserücktrittskostenversicherung

Zusätzliche Kosten:
• Trinkgelder
• persönlich bestellte Restaurantessen und Getränke
• Visagebühren
• Unvorhergesehenes

Teilnehmer:
min. 7 - max. ca. 12 Personen

Zelt:
Bitte versäumen Sie nicht, uns mitzuteilen, wenn Sie eine Zeltübernachtung im 2-Personenzelt wünschen. Viele Teilnehmer schlafen in der Sahara im Freien und wir sollten aus Gewichtsgründen nicht unnötig viele Zelte mitnehmen.

Tuareg   Düne

Tourverlauf:               

1. bis 3. Tag
Flug von Frankfurt (bei einigen Touren über Tunis, ansonsten per Direktflug) nach Djerba oder andere Flugmöglichkeit. Übernachtung im Hauptort Houmt Souk in einem Hotel und frühmorgens Aufbruch zur Fahrt an die tunesisch-libysche Grenze in Ras Adjir und dort meist zügige Abfertigung und Grenzformalitäten.
Ghadames ist bereits in einem Fahrtag zu erreichen. Die durchgehend asphaltierte Strecke folgt zunächst der Mittelmeerküste, biegt bei Zuara nach Süden ab und erklimmt in Serpentinen die Höhe des Djebel Nafusah bei Nalut. Ab hier wird die Umgebung zusehends arider, bis wir bei Darj in die Vollwüste eintreten. Ghadames mit seiner gut erhaltenen Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, erinnert noch immer an die Bedeutung, die dieser ehemalige Karawanenknotenpunkt im Transsaharahandel hatte. Auch wenn die Altstadt weitgehend verlassen ist, lässt sich während der Besichtigung in den schattigen, überbauten Gängen, auf den offenen Plätzen mit zahlreichen Sitzgelegenheiten und vom Dach eines der Häuser, der Charme dieses Ortes erahnen. Selbst die jungen Libyer, die mit ihren Familien in modernen Häusern der Neustadt wohnen (ausgestattet mit fließendem Wasser und Strom), können sich der Ausstrahlung dieser alten Lehmarchitektur nicht entziehen, wenn Sie uns begeistert beim Stadtrundgang begleiten und aus der Vergangenheit erzählen.

4. bis etwa 5. Tag
Unmittelbar nach Verlassen von Ghadames, in Richtung Süden, sind wir in der Wüste und die riesigen Dimensionen der Sahara werden uns in den nächsten Tagen unserer Geländewagenfahrt bewusst. Zunächst durch die unwirtliche Hammada el Homra, wo wir unerwartet immer wieder auf Menschen stoßen, die in Transhumanz, also halbnomadischer Lebensweise mit ihren Tierherden (Kamele, Ziegen, Schafe) dort umherziehen, aber regelmäßig vom Staat per Lastwagen mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden. Auch die Steinwüste hat landschaftliche und vor allem geologische Überraschungen zu bieten: so etwa in einem flachen Tal, in der weiteren Umgebung des Brunnens von In Azar, wo die Erosion Kalksteine zu unglaublichen Skulpturen geformt hat. Nach etwas mehr als einer Tagesetappe (von Ghadames aus gerechnet), erreichen wir dann die ersten Ausläufer des gewaltigen Erg von Ubari, den wir unter Berührung des Brunnens von In Azaoua durchqueren.
Nach der eindrucksvollen Dünenfahrt öffnet sich die Landschaft und verändert sich ständig. Über das Militärlager von Tin Hieddan und den Brunnen Hassi Tin Habertene, gelangen wir wiederum in eine Dünenregion, die Takioumet heißt. Dies ist der ideale Ausgangspunkt, um über eine direkte Pistenverbindung in die Tassili-Zonen des Aramat zu gelangen. Entweder in Takioumet, bzw. einen Tag später sind wir mit einem Versorgungsfahrzeug aus Serdeles (Al Awinat) verabredet, welches uns ermöglicht, direkt in die Tassili-Region zu fahren, ohne den "Umweg" über Serdeles machen zu müssen.

6. bis etwa 8. Tag
Schon bald treffen wir auf eine völlig neue Landschaftsform. Aus ehemaligen riesigen, zusammenhängenden Sandsteinplateaus haben in jahrmillionenlanger Tätigkeit Wind, Wasser und Sand weicheres Gestein "herausgeschmirgelt" und die verbleibenden Felsen zu bizarren Sklupturen geformt. Zunächst sind die Plateaureste noch kompakter, unterbrochen immer wieder von großen, sandigen Oueds. Wir dringen immer tiefer ein, in diese steinerne Welt der Erosion; wenn wir anhalten und aussteigen, hören wir nur noch den Wind in den abenteuerlich geformten Felsen rauschen. Eine scheinbar unbewohnte, tote Gegend, aber wir stoßen - für saharische Verhältnisse - auf eine erstaunlich vielfältige Tierwelt. Immer wieder sehen wir Gazellen in den Tälern aufspringen und flüchten; hin und wieder auch freiweidende Kamele, die nur noch selten von ihren Besitzern von der Weide geholt werden, um sie für Karawanen einzusetzen. Vor allem aber werden wir von unseren einheimischen Begleitern auf die kleineren Tiere hingewiesen: Sandfische, Dornschwanzagamen, Vipern, Mäuse, zahlreiche Käferarten, Eidechsen, Klippschliefer und verschiedene Vogelarten. Mähnenschafe (moufflons) sieht man fast nie, aber viele Hufspuren, und auch Raubtierspuren, die von Sandkatzen, Schakalen oder Feneks stammen. Größere Tiere wie Hyänen oder Geparden sind längst ausgerottet.
Die vielfältige Tierwelt hat in dieser Gegend gute Überlebenschancen, weil sich selten Menschen dort aufhalten. Und vielleicht haben wir ja doch die einmalige Chance, eines der extrem scheuen Mufflons zu sehen ...!
Was wir sicher sehen werden, sind Felsgravuren und auch einige Felsmalereien, die uns in Erinnerung rufen, dass diese Region nicht immer so abweisend und steinig war. Immer wieder führen uns unsere Begleiter in traumhaft schöne Felslabyrinthe, an deren Wänden - unter Überhängen und in Abris - Tiere und Menschen abgebildet sind. Sie lebten vor mehreren tausend Jahren hier, zu einer Zeit als die Sahara weitaus grüner und feuchter war und sogar die afrikanischen Großwildtiere der heutigen Savannen und Wälder existieren konnten. Wir sehen Abbildungen von Giraffen, Elefanten, Nashörnern, Löwen, Antilopen, Affen u.v.m.
Ouar Gaya etwa ist ein solcher Platz, wo wir Mittag machen und in unmittelbarer Nähe Gravuren mit Nashörnern und Abdrücke von Händen und Füßen zu finden sind. Darüber hinaus kann man herrliche Spaziergänge unternehmen und sich nahezu verlaufen, in diesem verwirrenden Felsenspektakel.
Ein landschaftlicher Höhepunkt ist das eigentliche Oued Aramat (nach dem diese Reise benannt ist). Tief eingeschnitten in Felsentälern, verläuft das vegetationsreiche Wadi, und wir finden hier Spuren früherer und frühester Besiedelung. Gräber aus prä-islamischer und jüngerer Vergangenheit liegen am Wegrand und in einigen Felshöhlen sind tatsächlich Garamantenwagen abgebildet, sowie die Fauna aus früheren Feuchtphasen, aber auch Jäger und Sammler, sowie Hirten mit ihren Tieren, meist Rinderherden.
Zwischen den einzelnen Plateau-Inseln durchqueren wir aber auch einförmigere, für Geologen jedoch äußerst aufschlussreiche Landschaftsformen. In den unterschiedlichen Sedimentschichten, die an den Felswänden angeschnitten sind, blättert sich die Entstehungsgeschichte der Erde hier auf, wie in einem Buch. Der absolute Höhepunkt ist dann Maridet, mit seinem steinernen Säulenwald. Der herrliche Platz liegt leicht erhöht über seiner Umgebung; wir spazieren auf festem, hellem Sand durch riesige Sandstein-Skulpturen immer hügelauf und genießen, ob bei Sonnenuntergang oder am frühen Morgen, herrliche Fernblicke auf die umgebende Landschaft: die gelben Dünen des Erg Ouan Titersine, ferne Täler, den schwarzen Djebel Telut im Süden oder bei guter Sicht sogar die Blöcke des Djebel Idinen im Südosten, Richtung Ghat gelegen. Unserer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und jeder sieht in der umgebenden Landschaft seine "eigenen" Bilder, mal sind es Riesen, mal Zwerge, mal untergehende Schiffe, mal Gesichter oder was einem auch immer einfallen mag. Es fällt uns schwer, uns von diesem zauberhaften Platz zu trennen und weiterzufahren.
Aber auch während der Weiterfahrt Richtung Serdeles erwarten uns in Arm N' Uddaden (dem Platz der Moufflons) noch bizarre Felsenformationen und schöne Gravuren und natürlich - immer sehr beliebt - die schön geschwungenen Dünen des Erg Titersine.
Durch eine schwarze, kohlenhaldenartige Felsenlandschaft führt die Piste in den kleinen Ort Serdeles (arabisch Al Awinat), der hauptsächlich von Tuareg bewohnt ist und direkt an der Asphaltstraße von Sebha nach Ghat liegt. Hier sind unsere örtlichen Partner ansässig und wir verbringen einige Stunden der Muße in deren hübsch gebauten Camp und haben Gelegenheit zum Duschen, Waschen und Relaxen, bis die Fahrzeuge neu betankt und beladen sind, und vielleicht gibt es auch das eine oder andere zu reparieren.

Tee   Akakus

9. bis etwa 10. Tag
Nur eine Stunde von Serdeles entfernt beginnt bereits das Tadrart Akakus, liegt also sozusagen vor der Haustür. Im Gegensatz zur Aramat-Region, sind hier die Landschaften weitläufiger, die Plateaureste höher, die Bergspitzen gewaltiger - alles eingebettet in breite Sandtäler und manchmal setzen Dünen besondere Akzente und Kontraste. Wir besuchen einige maßgebliche prähistorische Stätten und verbringen die Mittagspausen und die Nacht am Fuße der grandiosen Felsen, Säulen und Brücken, bevor wir die Tadrart-Region in Richtung Osten über eine steil aufwärts führende Piste durch schwarze Lavafelder verlassen. Vielleicht übernachten wir - wenn das Wetter mitspielt - an einem Dünenabhang des Erg Iguidi Ouan Kassa und wer will, kann die Dünen erklimmen und die schönen Ausblicke und die Reinheit des Sandes genießen, der uns zwischen den Zehen hindurchrinnt.
Weiterfahrt nach Osten, über die weiten Ebenen der Messak-Landschaften, unterbrochen von scharf abgegrenzten Plateaurändern, die wir weitläufig umgehen. Nach einem halben Tag tauchen in der Ferne die gewaltigen Dünenberge des Erg von Murzuk auf. Die Dünentäler des Erg bieten schöne Übernachtungsplätze und für "Dünenbegeisterte" tolle Dünenbesteigungen auf die höchsten Gipfel, mit Blick in unendlich scheinende Ebenen auf der einen und Dünen auf der anderen Seite.
Eine ganze Weile holpern wir am Fuße des Ergs Richtung Norden und erreichen eine schwarze, abweisende Wüstenei, den Messak Settafet. Unerwartet taucht dann aber das grüne Oued Mathendous auf, mit seiner weltberühmten Gravuren-Galerie auf den Felsen entlang des Wadis. Ausreichende Besichtigung der Gravuren, bevor wir zur Mittags- oder Abendrast weiterfahren. Mit Absicht lagern wir möglichst nicht im Wadi, da sich dort leider durch häufigen Besuch entsprechende "Hinterlassenschaften" angehäuft haben.
Eine zügige Halb-Tagesfahrt bringt uns in eine gänzlich andere Gegend, das dicht besiedelte Wadi Adjal, das sich, wenn man aus der Wüste kommt, üppig grün präsentiert. Große Gärten, Palmenhaine, Brunnen, Ortschaften und eine zunächst völlig ungewohnte Asphaltstraße, katapultieren uns zurück in die sog. "Zivilisation". Ein buntes Bevölkerungsgemisch winkt vom Straßenrand, die meisten hier lebenden Menschen stammen nicht aus Libyen, sondern z.B. aus Ägypten, Sudan, Marokko, Algerien, Mali, Niger und suchen ihr Auskommen durch Arbeit in den Oasengärten, auf Tankstellen, in Bäckereien und kleinen Restaurants.
Wir versorgen uns in Gerama nur mit dem Notwendigsten wie frischem Brot, Wasser und Sprit, besichtigen die Ruinen des "alten Germa", der Stadt der Garamanten und ein Denkmal oder Grabmal, das einer Prinzessin namens Sankekra zugeodnet wird. Allerdings gibt es unterschiedliche Interpretationen. Unbestritten ist, dass die Bauweise römisch ist, aber evtl. ist das Bauwerk doch einer Garamanten-Prinzessin gewidmet. Die Ruinen von Gerama sind recht enttäuschend, da man hauptsächlich Lehmbauten aus der jungen Jetztzeit auf römischen Resten vorfindet, lediglich einige Ausgrabungsschnitte deuten auf ältere, tiefergelegene Siedlungsschichten aus der Garamantenzeit hin. Wir wenden uns zur Übernachtung möglichst der Talseite zu, die von den Dünen des Erg Ubari gebildet werden und verbringen wieder eine ruhige Nacht im Sand.

Etwa 12. Tag
Am nächsten Tag besuchen wir einen weiteren Höhepunkt dieser Reise: die Seen Mandara und Oum el Maa. Eigentlich nur 2 Seen aus einer Kette von ca. 30 Seen, die völlig von Sand eingeschlossen im Erg liegen; die meisten sind demnach auch entsprechend verlandet und ausgetrocknet. Eine abwechslungsreiche Dünenfahrt bringt uns zunächst rasch zur Oase Mandara. Die Siedlung ist heute verlassen, der Wasserstand im See sehr niedrig; trotzdem hält sich ein üppig grüner Palmengürtel. Wir haben Gelegenheit zu Fotografieren, Datteln von den Palmen zu probieren und fahren oder wandern dann weiter zum unzweifelbar schönsten dieser Seen, dem Oum el Maa. Er liegt, umschlossen von hohen, steilen Dünen und die Farben des Sandes, des Himmels und der Palmen spiegeln sich wie eine Fatamorgana im Wasser wieder. Kaum jemand kann sich dem Charme dieses "Wundersees" inmitten von Sandbergen entziehen. Trotz teilweise heftiger Winde und nachrieselndem Sand, behauptet sich der langgestreckte See und wer das stark salzige Wasser nicht scheut, genießt die wunderbare Abkühlung.

13. bis etwa 15. Tag
Abschied von unseren Begleitern, bevor wir per Inlandflug (von Sabha) oder per Kleinbus Richtung Tripolis reisen.
Rückflug nach Frankfurt, von Tripolis oder Djerba. Rechtzeitig vor Tourenbeginn informieren wir darüber, welcher Flug realiserbar ist. Je nach Rückflugort, Besichtigung der römisch-punischen Ruinen von Sabratha oder Leptis Magna.
(Text: © S. + R. Jarosch)

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